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Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Pflichtlager – Ein kurzer Exkurs

China, Japan und andere grosse Länder sind dem Beispiel der USA gefolgt und haben ihre strategischen Pflichtlagerreserven freigegeben. Kann dies in der Schweiz auch passieren?

Natürlich! In der Schweiz ist die CARBURA die Organisation, welche die Pflichtlager betreibt. Die Carbura wurde 1932 als Selbsthilfe-Organisation der Importeure flüssiger Treib- und Brennstoffe zum Zweck der Pflichtlagerhaltung gegründet. Sie ist ein Verein, dessen Statuten vom Bund genehmigt werden und welcher der Oberaufsicht durch das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung untersteht. Mitglieder der Carbura sind alle Importeure von Erdölprodukten mit Einfuhren von mehr als 3000 Kubikmetern pro Jahr, sowie stellvertretende oder gemeinsame Pflichtlagerhalter von Mineralölprodukten, welche mit dem Bund einen entsprechenden Pflichtlagervertrag abgeschlossen haben. Doch was sind Pflichtlager überhaupt? Pflichtlager bezwecken die Vorratshaltung lebensnotwendiger Güter (Lebens- und Heilmittel, sowie  Erdölprodukte) zur Überbrückung von Versorgungskrisen und Mangellagen. Sie decken den Bedarf für eine bestimmte Zeitdauer ab.

Mineralöl-Pflichtlager gibt es für die Produkte Autobenzine, Dieselöl, Heizöle sowie Flugpetrol. Die Pflichtlager decken bei den ersten drei Produkten einen Bedarf von 4,5 Monaten, beim Flugpetrol einen von 3 Monaten ab.

Die Pflichtlagerhaltung ist eine Aufgabe der Wirtschaft. Der Bund legt die Rahmenbedingungen fest. Finanziert wird die Vorratshaltung durch Beiträge auf dem Import (sog. Garantiefondsbeiträge).

Die letzte Pflichtlagerfreigabe in der Schweiz war im Oktober 2018 als der tiefe Rheinpegel den Import von Diesel und Benzin gebremst hat. Denn auch heute noch werden knapp 70 Prozent des Diesels in der Schweiz mit dem Schiff über den Rhein importiert.

Werden jetzt wie in den USA, Japan und China die Reserven freigegeben, wird der Markt mit Öl überschwemmt. Durch die saisonal sehr hohe Nachfrage sind die Preise aber nicht im Sinkflug, sondern eher bullish unterwegs. In der Schweiz sind die Preise sowieso aktuell von der Börse abgekoppelt. Faktoren wie die CO2 Erhöhung ab 1.1.2022, oder die aktuell sehr hohe Nachfrage (bei knappen Kapazitäten) sind die viel grösseren Preistreiber.

Unsere Empfehlung bleibt weiterhin – Bestellen Sie noch JETZT, um von einer Lieferung zum alten CO2 Satz zu profitieren, und die Abgabe umgehen zu können.

Börsendaten 09.12.2021 – 08:00

ICE-Gasoil DEZ: $656.00

ICE-Brent JAN: $76.27

NY-Rohöl WTI JAN: $72.93

US-Dollar/CHF: 0.9208

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Kaum Veränderung

Kaum Veränderung zu den Preisen von gestern. Die festgefahrenen Atomverhandlungen mit dem Iran, welche wieder versucht werden wieder in Gang zu bringen, wirken dämpfend. Bei einem positiven Abschluss winkt dem Iran die Aufhebung der Ölsanktionen. Gespräche sollen am 09. Dezember 2021 wieder fortgesetzt werden. Nach Konsultationen mit Moskau zeigt sich der iranische Aussenminister zuversichtlich. In einem virtuellen Treffen bot der russische Präsident Putin dem US-Präsidenten Biden seine Unterstützung bei der Wiederherstellung der Atomabkommens an.

Die gestrigen Bestandesdaten in Amerika kamen uneinheitlich und ohne Impulse für die Börse. Heute Abend kommen die DOE-Zahlen. Wie viel Gewicht diese haben wird sich heute Abend zeigen.

An der fundamentalen Front nichts Neues…es werden bereits gekochte Essen aufgewärmt. Preis aber für Dezember immer noch attraktiv da die Rheinfrachten auch wieder runterkommen. Von 100.—Franken vor 10 Tagen auf 60.—Franken aktuell.  Nicht vergessen CO2-Abgabe ab 01.01.2022 von 6.85 per 100 Liter ist fix

Börsendaten:

ICE-Gasöl: 645.75 (-2.75$)

Brent: 75.31 (-0.31$)

Rohöl Crude: 71.78 (-0.27$)

US-Dollar/CHF: 0.9241 (-0.0011)

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Angst ist kein guter Ratgeber

Angst und Börsenpreise nicht nur im Öl hängen stark zusammen. Angst vor Kriegen, negativen Wirtschaftsprognosen, Pandemien (Corona), Versorgungsprobleme,  politische Unruhen usw.. Die Liste könnte noch viel länger sein. Es muss nicht sofort etwas passieren, es reicht, dass man damit rechnen könnte und dann geht an den Ölbörsen die Post ab…wie in den letzten Wochen. OPEC-Allianz oder auch andere grosse Marktteilnehmer wissen von dieser Tatsache und spielen natürlich mit Ihren Aussagen. Es ist die Kunst mit Worten, die Börsenpreise zu beeinflussen. Bestes Beispiel ist die Fördererhöhung der OPEC+ ab Januar 2022, welche im Vorfeld an der Börse für grössere Schwankungen sorgte. Da gleiche gilt auch für die C-Pandemie mit der neuen Virusvariante – ein Paar negative Schlagzeilen mit Androhung eines massiven Lockdowns reichen aus, um die Preise massiv unter Druck zu setzen.

Marktteilnehmer zeigen sich aktuell aber bereits wieder optimistisch in Sachen der C-Pandemie. Es wird erwartet, dass die Wirtschaft mit der Herausforderung in den letzten 2 Jahren gelernt hat umzugehen und keine grösseren Verluste zu erwarten sind. Dies würde die Ölpreise steigen lassen. Auf der anderen Seite steht die fundamentale Situation mit der Überversorgung, welche im ersten Quartal 2022 einsetzen könnte oder erwartet wird.

Die optimistischere Seite setzte sich gestern Abend durch und die Preise gingen durch die Decke. Wir starten heute mit deutlich höheren Preisen in den Tag…nach ersten Rechnungen mit ca. Fr. 2.00 pro 100 Liter.

Stützend wirkt auch die Ankündigung Saudi-Arabiens, die Preise für die Januar-Rohöllieferungen nach Asien und in die USA verteuern zu wollen. Heute am späten Abend werden die API-Daten veröffentlicht. US Bestandsvoraussage: Rohöl -1.8, Mitteldestillate +2.2, Benzin +1.6 Mio. Barrel.

Börsendaten:

ICE-Gasöl: 637.50 (+15.25 $)

Brent: 73.90 (+0.82 $)

Rohöl: 70.49 (+1.00 $)

US-Dollar/CHF: 0.9249 (-0.008 $)

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Warten auf neue Impulse

Sorgen, dass der heute startende Streik der Öl- und Gasarbeiter bei TotalEnergies in der Nordsee zu Unterbrechungen führen könnte, kann ein Impuls sein. Noch ist aber unklar, ab wann der Streik sich auf den Betrieb auswirken wird. Weitere Impulsgeber sind in etwa die gleichen wie in den letzten Wochen. OPEC+ Mengenerhöhung ab Januar 22, Freigabe strategische Reserven, Verhandlungen über das Atomabkommen zwischen dem Westen und dem Iran und nicht zu letzt Massnahmen zur Eindämmung der neuen Coronavariante.

Es wird spannend bleiben. Heute Morgen starten wir in etwa gleich wie am letzten Freitag. Preisniveau wird auf der Verbraucherseite als interessant betrachtet. Transportkapazitäten für den Dezember schwinden täglich. Deshalb planen Sie rechtzeitig eine Nachfüllung.

Börsendaten:

ICE-Gasöl: 618.75 (-0.25$)

Crude: 67.60 (+1.34$)

Brent: 71.12 (+1.24$)

US-Dollar/CHF: 0.9213 (+0.0033)

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Orientierungslos…..

Das Auf und Ab an den Ölbörsen ging gestern weiter. Nach einem wilden Ritt landeten die Preise bei 618 $ pro Tonne ICE-Gasöl – Tiefstwerte im Verlauf vom Tag lagen sogar kurzfristig unter 580 $ pro Tonne. Für uns Endverbraucher bedeutet dieser wilde Ritt wieder höhere Preise heute Morgen.

An der Nachrichtenfront nichts neues… OPEC + Allianz liess gestern viel Luft für Spekulationen offen. Sie haben sich die Option offen gelassen, die bereits beschlossene Erhöhung der Förderung um 400‘000 bpd ab Januar 22, jederzeit anzupassen (in der Schweiz würde man sagen füfer und z‘weggli). Begründung ist, wie soll es auch anders sein in der heutigen Zeit…Coronavariante Omicron.

Die Bären hoffen auf schwache Nachfrage (Flugverkehr) und ein Überangebot durch die höhere Förderung sowie Öffnung der strategischen Reserven. Die Bullen hingegen sehen die Preise als eine sehr gute Kaufgelegenheit und hoffen, dass die Omicron Variante sich nicht weiter verschärft. Sie verweisen auf den Verlauf der Delta Variante. Sie gehen davon aus, dass der wirtschaftliche Schaden sich in Grenzen halten wird. Gestern haben sich die optimistischen Bullen durchgesetzt.

Der wilde Ritt wird sich auch in den nächsten Tagen fortsetzen.

Durch die hohe Nachfrage verknappen sich die Transportkapazitäten in der Schweiz. Dies wird sich negativ auf die Endverbraucherpreise auswirken. Falls Sie noch einen Bedarf für den Dezember 21 haben, empfehlen wir nicht länger abzuwarten.

Börsendaten:

ICE-Gasöl: 616.25 (+6.50$)
Brent: 70.85 (+1.18$)
Crude: 67.70 (+1.20$)
US-Dollar/CHF: 0.9214 (+0.0010)

Sicher durch den Winter

Zwar gibt es kein Verbot, im Winter mit Sommerreifen zu fahren, aber empfehlenswert ist dies auf keinen Fall, weil sich dadurch der Bremsweg markant verlängert. Reifentests der Continental AG haben gezeigt, dass ein Auto mit Winterreifen bei schneebedeckter Fahrbahn und einer Geschwindigkeit von 100 km/h 31 m bis zum Stillstand braucht. Ein Auto mit Sommerreifen hingegen ist nach 31 m immer noch mit einer Geschwindigkeit von 35 km/h unterwegs und kommt erst nach 62 m zum Stehen. Es braucht also doppelt so lange wie ein Auto mit Winterreifen (Quelle MeinAuto.de). Wichtig ist ausserdem zu prüfen, dass die Winterreifen mindestens 4 mm Profiltiefe aufweisen.

Denken Sie auch daran, dass Eisglätte am häufigsten bei Brücken und in Waldschneisen entsteht. Fahren Sie deshalb vorausschauend und achten Sie auf genügend Abstand.
Stecken Sie fest? Versuchen Sie, möglichst niedertourig anzufahren (im 2. Gang). Mit durchdrehenden Rädern kommen Sie nicht vom Fleck.
ABS und ESP sind zwar Helfer, aber nicht mehr. Sie schützen nicht bei zu schnellem Fahren und Eisglätte.

Bei Schnee und Eis wird alles ruhiger und langsamer. Geniessen Sie es und bleiben Sie gelassen, auch wenn Sie mehr Zeit benötigen als geplant. Lieber kommen Sie und die anderen Verkehrsteilnehmer unfallfrei nach Hause.

Wir wünschen Ihnen weiterhin gute Fahrt und freuen uns, Sie an unseren Tankstellen begrüssen zu dürfen.

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Ein Gedankenspiel

Ein Gedankenspiel… Die OPEC + beschliesst beim bevorstehenden Meeting eine weitere Erhöhung der Förderquote. Gleichzeitig erwägt die USA eine weitere Freigabe der strategischen Öl-Reserven.

Währenddessen wurden aber erste Fälle der neuen Omikron Variante in den USA bestätigt. Gedanklich zurück zum Frühling 2020. Masken, Lockdown etc. Und das trotz verfügbarer Impfung.

Flugzeuge stehen auf dem Boden, die Grenzen sind geschlossen. Homeoffice statt Stau auf den Strassen. Kurz gesagt… die Nachfrage nach Energieträgern bricht wieder zusammen. Trotzdem ist durch die hohen Förderquoten und den freigegebenen Reserven wieder ein massives Überangebot vorhanden. Die Preise fallen unweigerlich wieder in den Keller.

Dies ist ein Szenario welches momentan nur im Kopf stattfindet. Aber es ist durchaus realistisch. Die überdurchschnittlich volatile Börsensituation mit Schwankungen von 30 – 50 Dollar pro Tag zeigt dies eindrücklich. Sind wir gespannt auf die nächsten Tage.

Börsendaten 02.12.2021 – 08:15

ICE-Gasoil DEZ: $611.75

ICE-Brent JAN: $70.26

NY-Rohöl WTI JAN: $66.86

US-Dollar/CHF: 0.9211

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Weiter sehr schwankend und unberechenbar…

Der massive Preiseinbruch an den Ölbörsen gestern Abend wurde heute früh wieder wettgemacht. Wir starten mit in etwa gleich hohen Preisen in den Tag wie gestern Morgen.

Spekulationen über das nächste OPEC-Meeting von Morgen sorgen für Auftrieb. Spekuliert wird, dass die OPEC die Anhebung der Förderung für Januar aussetzen möchte. Grund sei die neue Virusvariante Omicron. Möglich wäre auch ein totaler Strategiewechsel, dieser bedarf aber der Zustimmung aller Partner. Politisch rücken die aktuellen Atomverhandlungen mit dem Iran in Wien in den Vordergrund. Die ersten Gespräche verliefen positiv. Westen stellt dem Iran die Aufhebung der Ölsanktionen in Aussicht, falls Sie zu einem erfolgreichen Abschluss kommen sollten.

Wilde Kursbewegungen werden in den nächsten Tagen an der Tagesordnung sein. Die Nerven bei den Börsenteilnehmern scheinen sehr angespannt zu sein. Das Einkaufsfenster ist aber sehr interessant um Ihren Heizölbedarf für den Winter zu decken.

Börsendaten vom 01.12.2021:

ICE-Gasöl: 606..50 (+6.75$)
Brent: 71.38 (+2.15)
US-Rohöl: 68.03 (+1.85)
US-Dollar/CHF: 0.9201 (+0.0016)

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Bin dann mal im Ruhestand…

Heute ist es soweit. Nach 16,5 Jahren bei der Firma Oel-Hauser geht unser langjähriger Mitarbeiter «Michel Laurent» in seinen wohlverdienten Ruhestand.

Michel hat über die Jahre hinweg die Kundschaft Schnorf Meilen, sehr einfühlsam und geduldig betreut.  Mit seinem welschen Charme kam er bei der Kundschaft sehr gut an. Seine täglichen Marktkommentare und technischen Analysen sind legendär. Wir behaupten, ohne zu übertreiben, dass diese auch von Börsengurus nicht besser geschrieben werden könnten.

Michel, das Oel-Hauser Team bedankt sich herzlich für deinen Einsatz, deine Art und die tollen (auch manchmal lehrreichen) Gespräche. Wir wünschen dir alles Gute und beste Gesundheit. Endlich Zeit für all die schönen Dinge des Lebens haben…. Im Ruhestand muss man nicht mehr tun, was sich rentiert, sondern kann tun, was sich lohnt. Lebe und geniesse jeden Tag.

Oel-Hauser Team

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Kein Neuland

Geschätzte Leserin und Leser

Time to Say Goodbye

Seit nunmehr über acht Jahren richte ich diese Zeilen an Sie. Ich hoffe, dass ich Ihnen einiges aus meiner über vierzigjährigen Erfahrung im Ölgeschäft vermitteln konnte. Mein Ziel war es, Ihnen Hintergründe und Zusammenhänge im nicht immer einfachen Öl-Alltag in möglichst einfacher Form zu erklären. Zumindest habe ich es versucht. Natürlich hoffe ich, dass meine Analysen Ihnen auch Entscheidungshilfen sein konnten. Die Herausforderung, jeden Morgen einen möglichst informativen Bericht für Sie niederschreiben zu dürfen, war mir immer ein grosses Vergnügen. Nun, Ende Monat gehe ich in Pension. Die morgendliche Analyse des Marktes aus technischer wie aus fundamentaler Sicht in ein paar Zeilen einzupacken – selbst wenn der Markt nicht «viel hergab» – wird mir fehlen. Geben Sie auf sich Acht, behalten Sie sich Sorge.

Kein Neuland

Am Freitag, nach den ersten Rückschlägen im elektronischen Handel von Donnerstag auf Freitag, kamen die Kurse nach Eröffnung NY (nach dem Thanksgiving Feiertag am Donnerstag) ab 15 Uhr weiter und massiv unter Druck. Panik machte sich unter den Anlegern breit, fussend auf der neuen und scheinbar noch aggressiveren, in Südafrika entdeckten Corona Variante.

Was ab Ende Januar 2020 nach Ausbruch von Corona für die gesamte Menschheit noch völlig unbekannt war und die Welt in mehrere, noch nie gesehene Lockdowns und Entschleunigungen zwang und damit die Wirtschaft und das öffentliche Leben weltweit zu grossen Teilen lahmlegte, scheint am Freitag wachgerufen worden zu sein: das Schreckgespenst des totalen Ölpreiszerfalls.

Nur: damals war Corona für alle und alles absolutes Neuland, ein weisser Fleck auf der Landkarte des Wissens. Die Folgen waren uns unbekannt – wir steuerten in eine Nebelbank mit Null Sicht. Das ist heute anders. Wir kennen das Virus, haben Impfstoffe und wir wissen, was Einschränkungen, allenfalls Lockdowns, auslösen, bewirken können. Und dieses Wissen wird einen Kurszerfall ins Bodenlose wie im Frühling 2020 sicher verhindern. Wir stehen ja «lediglich» vor einer neuer Variante, einer Mutation und nicht vor etwas «Bisher-noch-Nie-Dagewesenem» wie im Januar 2020.

Nun hat zuerst einmal Panik regiert, das wird sich aber legen. Zudem hat die OPEC-PLUS Allianz auch Mittel in der Hand, ein allfälliges Überangebot zu verhindern. Kommende Woche tagt erneut diese Allianz, um über eine weitere Fördererhöhung von 400’000 Fass/Tag zu debattieren. Paradox: in den vergangenen Monaten führte genau diese Erhöhung mit zur Preissteigerung, weil diese als zu gering eingestuft wurde, um die steigende Nachfrage befriedigen zu können!! Dies hat denn in der vergangenen Woche auch die Freigabe von strategischen Ölreserven in den USA, China, Japan etc. ausgelöst. Nun, all diese Mengen sind physisch bestimmt noch nicht auf dem Markt, dafür aber bereits in den Börsenpreisen eingerechnet! Und der OPEC genügt lediglich ein Beschluss «keine weitere Aufstockung der Förderung um weitere 400’000 Fass/Tag», um die nun überhitzen Gemüter zu kühlen.

Also: Panik ist ein ganz schlechter Ratgeber. Zuerst nun einmal wirkliche Fakten aus der Wissenschaft und Politik abwarten – und: warum sollte das heutige Niveau nicht auch schon Kaufnivau sein?

Börsendaten 29.11. 2021 um 09:10 Uhr

ICE-Gasoil DEZ: $633.25 (+28.50$)

ICE-Brent JAN: $76.14 (+3.24$)

NY-Rohöl WTI DEZ: $71.74 (+3.59$)

US-Dollar/CHF: 0.9270 (+0.0038)

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Euphorie weicht langsam der Ernüchterung

Geschätzte Leserin und Leser

Time to Say good bye

Seit nunmehr über acht Jahren richte ich diese Zeilen an Sie. Ich hoffe, dass ich Ihnen einiges aus meiner über vierzigjährigen Erfahrung im Ölgeschäft vermitteln konnte. Mein Ziel war es, Ihnen Hintergründe und Zusammenhänge im nicht immer einfachen Öl-Alltag in möglichst einfacher Form zu erklären. Zumindest habe ich es versucht. Natürlich hoffe ich, dass meine Analysen Ihnen auch Entscheidungshilfen sein konnten. Die Herausforderung, jeden Morgen einen möglichst informativen Bericht für Sie niederschreiben zu dürfen, war mir immer ein grosses Vergnügen. Nun, Ende Monat gehe ich in Pension. Die morgendliche Analyse des Marktes aus technischer wie aus fundamentaler Sicht in ein paar Zeilen einzupacken – selbst wenn der Markt nicht «viel hergab» – wird mir fehlen. Geben Sie auf sich Acht, behalten Sie sich Sorge.

Euphorie weicht langsam der Ernüchterung

Gestern in Abwesenheit der US-Börsen (geschlossen an Thanksgiving) nicht überraschend kaum Bewegung in London. Dafür aber ein gewaltiger Startschuss zum Wochenendspurt – ein Startschuss nach unten! Der Vergleich drängt sich nun ja förmlich auf: Black Friday in NY und London! Heisst, dass ab Beginn der elektronischen Nachtsitzung die Kurse massiv nach unten gegeisselt wurden. Dies stützt die Annahme, dass wir vor einigen Wochen aus börsentechnischer Sicht die Höchstkurse gesehen haben könnten. Leider wird sich der rein rechnerische, massive Börsenkursabschlag nicht 1:1 auf unsere Heizöl- und Treibstoffpreise durchschlagen. Die Gründe dafür habe ich an dieser Stelle immer wieder erwähnt: weil sich der physische Markt in der CH und in der BRD vorübergehend und teilweise vom Börsenkursverlauf abgekoppelt haben. Und dies wird sich auch in den kommenden Wochen wohl kaum ändern.

Ein grosses Fragezeichen hinter Frage: wie weiter in der Pandemie? Die Hoffnungen, Erwartungen in einen durschlagenden Erfolg der Corona-Impfungen, welche seit Zulassung des ersten Impfstoffes am 9. November 2020 vorherrschte (am 10.11.2020 an dieser Stelle erwähnt) und die Ölkurse bis Ende Oktober 2021 an den Börsen verdoppelten und verdreifachten, haben sich nicht vollumfänglich erfüllt. Die Gründe sind deren viele, unter anderem und meines Erachtens der Hauptgrund: die Impfung ist nicht definitiv und bringt nicht 100%-igen Schutz auf weite Zeit hinaus. Das dürfte der Hauptgrund sein, dass die (übertriebenen) Hoffnungen und Erwartungen auf Erholung und baldige Rückkehr auf Vor-Pandemie-Zeit seit Oktober zerschlagen wurden. Die Euphorie weicht nun langsam der Ernüchterung. Dies wird aufzeigen, dass wohl beide Bewegungen – im Frühling 2020 nach unten und über das Jahr 2021 nach oben – übertrieben waren. Der Markt wird nun wohl das Mittel auspendeln müssen und vor allem wohl auch mit Erfolgen und Rückschlägen in Sachen Pandemie umgehen müssen.

Börsendaten 26.11. 2021 um 08:20 Uhr

ICE-Gasoil DEZ: $663.75 (-24.75$)

ICE-Brent JAN: $79.68 (-2.54$)

NY-Rohöl WTI DEZ: $75.52 (2.87$)

US-Dollar/CHF: 0.9306 (-0.0056)

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Die immerwährende Frage nach der Zeit

Geschätzte Leserin und Leser

Seit nunmehr über acht Jahren richte ich diese Zeilen an Sie. Ich hoffe, dass ich Ihnen einiges aus meiner über vierzigjährigen Erfahrung im Ölgeschäft vermitteln konnte. Mein Ziel war es, Ihnen Hintergründe und Zusammenhänge im nicht immer einfachen Öl-Alltag in möglichst einfacher Form zu erklären. Zumindest habe ich es versucht. Natürlich hoffe ich, dass meine Analysen Ihnen auch Entscheidungshilfen sein konnten. Die Herausforderung, jeden Morgen einen möglichst informativen Bericht für Sie niederschreiben zu dürfen, war mir immer ein grosses Vergnügen. Nun, Ende Monat gehe ich in Pension. Die morgendliche Analyse des Marktes aus technischer wie aus fundamentaler Sicht in ein paar Zeilen einzupacken – selbst wenn der Markt nicht «viel hergab» – wird mir fehlen. Geben Sie auf sich Acht, behalten Sie sich Sorge.

Die immerwährende Frage nach der Zeit

Nach dem rasanten Anstieg vom Dienstag, 23. November (beim Gasoil knappe $30/Tonne in der Spitze) legten gestern beide Lager, also Bären wie Bullen, einen Ruhetag ein. Und da heute in den USA noch das grosse Truthahn-Essen (Thanksgiving) stattfindet und zu dessen Ehre die Börsen geschlossen bleiben, dürfte der Ruhetag auf heute ausgedehnt werden. In der Regel werden ja bei geschlossener US-Börse in London keine Stricke zerrissen. Ein 100%-iges, spekulatives Hin und Her zeigt sich hingegen noch recht häufig, Trends oder wirklich entscheidende Bewegungen werden aber nicht losgetreten. NY ist und bleibt der Leithammel.

Technisch gesehen war die (Aufwärts) Bewegung von vorgestern eine mehr oder weniger normale Reaktion auf den beinahe $100/Tonne schweren Kursrückgang beim Gasoil seit dem 11. November. Dass dieser massive Kursrückgang sich nicht 1:1 in unsere Heizöl- und Treibstoffpreise ummünzte, liegt an der aktuell besonderen Lage: durch die Steuererhöhungen auf fossile Energieträger in der BRD und in der CH stieg die Nachfrage seit Herbst markant. Das führte zu eines grossen Auslastung im Transportwesen zu Wasser (Rhein + Nebenkanälen), Schiene und Strasse. Vor allem der Transport auf dem Rhein ist wegen der tiefen Pegelstände von «normalen» Tarifen (bei ca. CHF 15.- – 20.- pro Tonne) auf über CHF 100.- angestiegen. Nach den Rekordwerten vom Herbst 2018 die zweithöchsten Transportkosten. Besserung nicht in Sicht, da die zu erwartenden Niederschläge hauptsächlich in Form von Schnee und somit gebunden fallen werden. Gleichzeitig legte auch noch der $ gegenüber dem CHF noch zu. Also wurde der enorme Rückgang durch eben diese Faktoren massiv abgefedert.

Eines der seltenen Beispiele, wie sich der physische Ölmarkt temporär von den Börsenkursen abkoppeln kann.

Alles wird sich wieder «normalisieren» – die Frage ist aber immer die gleiche: die Frage nach dem Wann?? Die Frage nach der Zeit! Vieles können wir analysieren und herausfinden – die Zeitachse wird aber wohl immer ungewiss bleiben

Börsendaten 25.11. 2021 um 08:35 Uhr

ICE-Gasoil DEZ: $689.50 (+5.00$)

ICE-Brent JAN: $82.26 (+0.01$)

NY-Rohöl WTI DEZ: $78.29 (-0.10$)

US-Dollar/CHF: 0.9331 (-0.0011)

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Freigabe Strategischer Ölreserven – Preise schiessen nach oben – warum?

Geschätzte Leserin und Leser

Seit nunmehr über acht Jahren richte ich diese Zeilen an Sie. Ich hoffe, dass ich Ihnen einiges aus meiner über vierzigjährigen Erfahrung im Ölgeschäft vermitteln konnte. Mein Ziel war es, Ihnen Hintergründe und Zusammenhänge im nicht immer einfachen Öl-Alltag in möglichst einfacher Form zu erklären. Zumindest habe ich es versucht. Natürlich hoffe ich, dass meine Analysen Ihnen auch Entscheidungshilfen sein konnten. Die Herausforderung, jeden Morgen einen möglichst informativen Bericht für Sie niederschreiben zu dürfen, war mir immer ein grosses Vergnügen. Nun, Ende Monat gehe ich in Pension. Die morgendliche Analyse des Marktes aus technischer wie aus fundamentaler Sicht in ein paar Zeilen einzupacken – selbst wenn der Markt nicht «viel hergab» – wird mir fehlen. Geben Sie auf sich Acht, behalten Sie sich Sorge.

Freigabe Strategischer Ölreserven – Preise schiessen nach oben – warum?

Gestern wieder einmal ein schönes Beispiel, wie absolut unberechenbar Börsen (im Allgemeinen) reagieren können. Seit Wochen wurde im Markt spekuliert, dass die USA, Japan, China und weitere westliche Wirtschaft-Schwergewichte gewisse Mengen Rohöl und allenfalls Fertigprodukte aus deren Strategischen Reserven (bei uns Pflichtlager) verkaufen würden. Schon der Umstand, dass Strategische Reserven auf den Markt geworfen werden, um aktiv in die Preisbildung einzugreifen, im aktuellen Falle, um die das Preisniveau nach unten zu drücken, ist erstaunlich. Diese Mengen sind Reserven für Notsituationen bei Versorgungsengpässe. Aktuell kann weder in den USA noch anderswo von einem Versorgungsengpass die Rede sein – viel eher sprechen wir von Preiskrisen. Eine Preiskrise, welche wenig in die Strategie der Politik passt. Vor allem nicht in den USA, wo der Benzinpreis sehr oft auch Gradmesser für die reagierende Administration ist.

Nun wurden also gestern in den USA 50 Million Fass aus diesen Strategischen Reserven freigegeben, welche nun nach und nach in den Markt einfliessen (weltweite, tägliche Rohölförderung knappe 100 Mio. Fass). Und was macht die Börse? Sie steigt – und wie! Das Rohöl Crude WTI, das Referenzprodukt an der Börse NYMEX in NY, steigt um ca. 5.5% nach oben! Der Preis hätte doch eigentlich fallen müssen. Das gibt es wohl nur eine Erklärung: einerseits wurde diese allfällige Freigabe von Ölreserven in den Vortagen bereits eingepreist und andererseits hat die Mehrheit der Marktteilnehmer eine grössere Freigabe-Menge erwartet. Dies führte zu dieser – von aussen betrachtet – absolut unerwarteten, für uns «unlogischen» Börsenpreis Entwicklung. Aus langfristiger Sicht wird es spannend sein, wie diese «Entfremdung» der Strategischen Reserven interpretiert wird und ob da allenfalls ein Präjudiz Fall geschaffen wurde.

Für uns Endkonsumenten machen die Preise – nach einem Rückgang an den Vortagen – wieder einen tüchtigen Hupfer nach oben. Ebenfalls nach oben weiterhin die Rheinfrachten. Niederschläge sind zwar aufs Wochenende angekündigt. Aber: zum einen dürften sich laut Prognosen die Mengen in Grenzen halten und zum andern dürften diese in Form von Schnee bis in tiefere Lagen fallen und werden somit «gebunden» sein. Und anschliessend scheint es kalt zu bleiben. Also mehr als eine moderate Welle auf dem Rhein, allenfalls Stagnation der Rheinfrachten darf nicht erwartet werden.

Börsendaten 24.11. 2021 um 08:30 Uhr

ICE-Gasoil DEZ: $691.00 (+5.00$)

ICE-Brent JAN: $82.43 (+0.12$)

NY-Rohöl WTI DEZ: $78.70 (+0.20$)

US-Dollar/CHF: 0.9339 (+0.0004)

Wir bauen unser Tankstellennetz weiter aus.

Wir bauen unser Tankstellennetz weiter aus. Am 7. Dezember 2021 wird an der Klingentalstrasse 12 in 4057 Basel eine weitere Ruedi Rüssel Tankstelle mit Shop eröffnet.

Brenn- und Treibstoffnews von Oel-Pool: Strategische Reserven im Fokus

Die Gespräche über eventuelle Freigaben staatlicher Reserven zehrt an den Nerven der Händler. Es wird spekuliert, dass Joe Biden bald Öl aus den strategischen Reserven freigeben werde. Er hat angekündigt darüber sprechen zu wollen, damit die Preise gesenkt werden können. In Amerika haben die Verbraucherpreise im letzten Monat den höchsten Stand seit 31 Jahren erreicht. China wie auch Japan wollen Ihre Aktionen betreffend der Freigabe staatlicher Reserven mit den USA koordinieren. Nur die Möglichkeit plötzlicher Umsetzung ist offenbar wirksamer als die tatsächliche Umsetzung um die Preise zu drücken.

Heute Morgen starten die Verbraucherpreise etwas höher in den Tag. Es liegt aber nicht an den Börsenpreisen für Öl sondern am Dollar, welcher über die Nacht zugelegt hat. Heute Abend werden die API-Daten (US-Bestandsdaten) veröffentlicht. Diese werden, je nach dem wie die Veränderung zur Vorwoche ausschaut, den weiteren Preisverlauf beeinflussen. Erwartet wir ein Abbau: Rohöl -1.1, Mitteldestillate -0.8, Benzin -0.2 Mio. Barrel.

Falls Sie ihren Winterbedarf noch decken müssen, dann empfehlen wir nicht länger zuzuwarten. Versorgungssituation auf dem Rhein, sowie immer knappere Transportkapazitäten im Inland werden die Preise nicht fallen lassen.